Fahrradpedale wechseln

An und für sich ist die Montage von Fahrradpedalen eine recht einfache Sache.  Dennoch gilt es, sich bezüglich der Vorgehensweise einige Punkte vor Augen zu führen, denn ohne das nötige Wissen wird aus den vermeintlich einfachen Handgriffen eine “unlösbare Aufgabe“.

Alte Pedale richtig entfernen

Besonders beim Abmontieren der zu ersetzenden alten Pedale, kann aus der sprichwörtlich “unlösbaren Aufgabe“ eine wortwörtliche werden, denn die Pedale besitzen unterschiedliche Gewindedrehrichtungen. Während das linke Pedal ein Linksgewinde aufweist, verfügt das rechte Pedal über ein Rechtsgewinde, wobei diese mittels einer entsprechenden Kennzeichnung (L oder R) voneinander unterschieden werden können.

Der Grund für die seitenverkehrten Gewinderichtungen ist die Sicherheit beim Fahren: Die Drehbewegung der Kurbelradgarnitur entspricht der des Festziehens der Pedale, womit sich diese nicht von selbst lösen können. Da sich nun beide Pedale im Betrieb nach vorne bewegen, werden bei der Montage auch beide zum Vorderrad hin angezogen. Um diese Gleichheit zu erzielen, kommen links und rechts verschiedene Gewinde zum Einsatz.

Das bedeutet umgekehrt, dass die zu ersetzenden Pedale in Richtung des Hinterrads gelöst werden müssen. Zum Ab- und Anschrauben der Pedale wird meist ein Maulschlüssel mit einer Maulbreite von 15 Millimetern benötigt, gelegentlich aber auch ein Inbus-Schlüssel. Da Pedale prinzipiell sehr fest angezogen und Rost oder Korrosion bei alten Modellen oftmals vorhanden sind, kann das Lösen der Pedalachsen von der Kurbel eine mitunter zähe Angelegenheit werden. In diesem Fall leistet ein verlängerter Maulschlüssel oder ein Verlängerungsrohr gute Dienste. Nachdem beide Pedale durch das Drehen nach hinten gelöst und abgeschraubt sind, lässt sich das Innengewinde der Kurbeln gut auf eventuelle Schäden überprüfen.

Die Montage der neuen Pedale

Um die unbeschädigten Innengewinde weiterhin intakt zu halten, empfiehlt sich der Einsatz von Schmierfett, das auf die Gewinde der neuen Pedale aufgetragen wird, sodass diese sich bei Bedarf leichter lösen lassen. Da die Kurbelradgarnitur meist aus Aluminium, die Pedalachsen jedoch aus Stahl hergestellt werden, kann die Montage ohne den Einsatz von Schmierfett zu einer unlösbaren Verbindung beider Teile führen. In diesem Fall wird, bedingt durch den hohen Kraftaufwand, häufig das Gewinde der Kurbel herausgedreht, womit diese ersetzt werden muss.

(Bei hochwertigen und daher teuren Kurbelradgarnituren kann jedoch durch das Aufbohren der zerstörten Gewinde eine Reparaturhülse eingesetzt werden. Dazu muss zuerst ein größeres Gewinde geschnitten werden, in welches dann die passende Reparaturhülse eingeschraubt wird.)

Nachdem das Fett auf die Gewinde der Pedale aufgetragen und die richtige Seite zur Montage festgestellt wurde (L = Linksgewinde für linke Seite, R = Rechtsgewinde für rechte Seite), muss darauf geachtet werden, die Pedale gerade anzusetzen und vorsichtig anzuschrauben, um ein Verkanten der Gewinde zu vermeiden. (Beide Seiten werden, wie bereits erwähnt, in Richtung des Vorderrads angezogen.) Wenn die Gewinde der Pedale nun leichtgängig einzudrehen sind, müssen sie mit dem passenden Werkzeug sehr fest angezogen werden, um ein selbständiges Lösen während des Fahrens auszuschließen.

Beim Einbau von Pedalen in Kurbeln aus Carbon empfiehlt sich der Einsatz eines Schraubensicherungsklebers, da diese Kurbeln empfindlich auf ein zu starkes Anziehen reagieren.  Der Kleber sorgt hierbei für die nötige Festigkeit, ohne das die Pedale bis zum letzten Anschlag festgezogen werden müssen.

Noch dazu: Bilder von Fahrradpedalen

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