Kaum neigt sich der Winter dem Ende entgegen, da zieht es den begeisterten Radfahrer bereits mehrfach täglich in die Garage, den Keller oder jeden anderen Ort, an dem er sein Zweirad für die kalten Monate untergestellt hat. Schon werden erste Schrauben nachgestellt und geschaut, wo noch Verbesserungsbedarf besteht. Denn sobald die ersten Sonnenstrahlen warm die Erde kitzeln, soll es ohne Verzögerung auf die Strecke gehen. Das allerdings kann zu Problemen führen – denn wer sich darauf nicht richtig vorbereitet, gerät nicht nur schnell an die eigenen Grenzen, sondern auch an jene des Vehikels. Wichtig ist es daher, die frostige Jahreszeit nicht gänzlich faul zu verbringen, sondern sich nach und nach gezielt auf die neue Saison vorzubereiten. Hierzu sollten die folgenden Punkte beachtet werden.
Es gibt wohl nichts Wichtigeres für einen passionierten Fahrer als sein Rad. Dessen Zustand sollte er über den Winter nicht vernachlässigen. Entscheidend ist es hier, die Funktionstüchtigkeit aller Bestandteile im Auge zu behalten. Das gilt insbesondere für die feine Mechanik der Bremsen oder der Gangschaltung. Mit etwas Geschick lassen diese sich sehr leicht öffnen und reinigen. Gleiches betrifft das Tretlager und die Kette. Selbst bei umsichtigem Fahren haben sich hier oft Verschmutzungen angesammelt. Diese gilt es zu reinigen. Sensible Stellen werden zudem geölt. Technisches Zubehör wie der Fahrradcomputer sollte überprüft und bei Bedarf neu kalibriert werden. Idealerweise wird das Rad zudem auf Haarrisse in allen seinen Teilen, sowie den perfekten Sitz der Speichen und aller Schrauben begutachtet.
Doch was wäre die beste Qualität des Fahrrades wert, wenn der Körper seines Eigentümers den Höchstleistungen nur schwerlich nachkommen kann? Auch hier dürfte es sich lohnen, über die kalten Monate die sportliche Betätigung nicht gänzlich einzustellen. Stattdessen wird nun an der Kraft gearbeitet. Das kann mit simplen Übungen daheim geschehen. Besser geht es jedoch im Fitnesscenter. Aber auch Ausgleichssport sollte jetzt absolviert werden. Er führt dazu, dass neben den Beinen, die meist ein dreiviertel Jahr lang beansprucht werden, auch andere Körperregionen ihre Stärke unter Beweis stellen dürfen. Schwimmen, Nordic Walking sowie das Rudern wäre hierfür sehr gut geeignet. Und je fitter es in die neue Saison geht, umso eher wird der Radler an seine Glanzleistungen anknüpfen können.
Sicherlich ist der Radsport kein Laufsteg und der Radler kein Modell. Dennoch sollte auch der Bekleidung ein gewisses Augenmerk gewidmet werden. Oft sind über die vergangene Saison Fehler aufgefallen: Mal zwickt die Radhose, dann wieder sitzt das Trikot im entscheidenden Moment nicht richtig oder die Verbindung zwischen den Pedalen und den Schuhen löst sich in kritischen Rennsituationen. Solche Details können gerade in den Wintermonaten genauer betrachtet und behoben werden. Vorteilhaft dabei ist, dass viele Produzenten solcher Kleidung ihre neue Kollektion mit dem Jahresbeginn herausbringen und die Vorjahresmodelle daher preislich deutlich reduzierter erworben werden können. Gerade für hochwertige Textilien sollte sich hierbei also ein ordentlicher Nachlass ergeben.
Nicht immer das Gleiche erleben
Ein wichtiger Punkt, der sich in der frostigen Zeit korrigieren lässt, liegt in der Wahl der Strecken. Viele Radler haben ihre eingefahrenen Wege, die ihnen gerade nach einer langen Saison jedoch nicht mehr reizvoll erscheinen. Oft hemmt das die Motivation. Besser wäre es daher, sich gerade in der radfreien Zeit einmal mit dem Auto auf den Weg zu machen und neue Etappen zu erkunden. Oft reicht hierfür bereits der simple Austausch mit anderen Radlern – jeder von ihnen wird ein oder zwei favorisierte Runden haben. Ebenso können Längen vermessen, Steigungen überprüft und eventuelle Hindernisse schon vorab erkundet werden. Denn wenn es erst einmal warm genug ist, soll schließlich alles reibungslos laufen. Das gelingt jedoch erst, wenn alle Kriterien detailverliebt beachtet werden.