Laufrad einspeichen

Obwohl beide Räder dieselben Stöße und Vibrationen bekommen, wird ein Vorderrad doch ganz anders belastet als ein Hinterrad. Bei einem Vorderrad würde eine radiale Speichenkonstruktion zum Beispiel perfekt möglich sein. Wie bei einem Karrenrad kreuzen sich die Speichen dann nicht. Bei einem Hinterrad, wo große Torsionskräfte auftreten, muss man eine tangentiale Speichenkonstruktion wählen. Hier kreuzt jede Speiche eine Anzahl Speichen zwischen Nabe und Felge. Wir können feststellen, dass viele Räder mit nicht angepassten Zubehörteilen montiert werden und bzw. oder mit einer viel zu niedrigen Speichenspannung geliefert werden (20 bis 40 kg). Solche Räder sind sehr reparaturanfällig. Fahrer von guten Fahrrädern kennen das Motto der Gilden „Handwerk ist Meisterwerk“ und entscheiden sich für die Kompetenz eines Fachmannes. Die Herstellung eines 32- oder 36-Löcher-Rades fordert dieselbe Technik und Aufmerksamkeit. Die Technik für die Herstellung von Vorderrädern und Hinterrädern ist dieselbe. Hier wurde das klassische Rad eines Rennrades mit 32 Löchern gewählt.

Im Prinzip kann man auf zwei Arten vorgehen: Mit den Zahnrädern oder Schnellschließern von Ihnen weg oder mit den Schnellschließern in Ihre Richtung. Der wichtigste Grund , immer nach derselben Methode arbeiten zu können, ist, dass man – indem man konsequent demselben Arbeitsverfahren folgt – schneller lernt und auch weniger Fehler macht. Neben der Tatsache, dass ähnlich montierte Räder ein gleichmäßigeres Bild ergeben, gibt es ein paar praktische Gründe , um immer auf dieselbe Weise zu beginnen. Zum Beispiel : Ein Vorderrad mit dem Schnellschließer von sich weg und ein Hinterrad mit den Zahnrädern in die Richtung des Monteurs.

Eine wichtige Regel ist, dass bei der Montage eines Hinterrades immer mit einer drückenden Speiche beginnt, mit dem Ventilloch der Felge als Bezugspunkt. Die Definition von drückender und ziehender Speiche folgt aus der Art, wie die Kräfte auf den Weg gebracht werden. Ziehende Speichen haben immer die Köpfe an der Innenseite. Drückende Speichen haben immer die Köpfe an der Außenseite. Drückende Speichen werden immer mit den Köpfen nach außen montiert. Ziehende Speichen werden immer mit den Köpfen nach innen montiert. Die Köpfe der ziehenden Speichen müssen einander sehen können.

1. Die erste Speichenreihe:

Sie beginnen immer mit den drückenden Speichen. Dann kommt das gesamte Flechtwerk automatisch auf die richtige Stelle. Um dies zu tun, stecken Sie acht Speichen in jedes zweite Loch. Von außen nach innen durch die Löcher einer passenden Nabe. Schrauben Sie dann die erste Speiche fest, links vom Ventilloch in der Felge. Die nächste Speiche befestigen Sie vier Felgelöcher weiter nach rechts. Wiederholen Sie diese Handlung, bis alle acht Speichen angeschraubt sind.

2. Die erste Speichenreihe:

Jetzt beginnen Sie an der selben Radseite mit den ziehenden Speichen. Damit vervollständigen Sie die erste Radseite vollständig. Sie stecken nun acht Speichen in der anderen Richtung durch die frei gebliebenen Nabenlöcher. Aber dieses Mal von innen nach außen. Lassen Sie die neunte Speiche von dem Nabenloch rechts von der Anfangsspeiche abgehen und kreuzen Sie vor zwei Speichen und hinter der dritten Speiche nach links. Dann müssen Sie im zehnten Felgenloch ankommen (gezählt nach links nach der Anfangsspeiche). Sie müssen zwischen den schon montierten Speichen sechs und sieben heraus kommen, jeweils mit einem freien Felgenloch an jeder Seite der neunten Speiche. In der gleichen Weise montieren Sie jetzt die restlichen sieben Speichen. Zur zweiten Seite des Rades. Drehen Sie das Rad und halten das Ventilloch oben.

3. Die dritte Reihe Speichen:

Verfolgen Sie die erste Speiche rechts neben dem Ventilloch bis zur Nabe und wählen Sie das Nabenloch gegenüber, aber etwas mehr nach rechts gerichtet. Stecken Sie eine Speiche (die siebzehnte) von außen nach innen durch das Nabenloch und zielen Sie hinter den Rücken der gegenüberliegenden Speiche, die nach links geht. Sie stecken die Speiche über die niedrige Kreuzung. Dann lassen Sie Sie die gegenüberliegende Speiche (der anderen Seite) mitlaufen.. Sie machen die Speiche in dem Felgenloch rechts daneben fest. Machen Sie jetzt genau dasselbe mit den sieben folgenden Speichen. Arbeiten Sie im Uhrzeigersinn.

4. Die vierte Reihe Speichen:

Sie stecken acht Speichen von innen nach außen durch die übrig gebliebenen Nabenlöcher. Arbeiten Sie wie immer nach rechts und kreuzen Sie jedes Mal vor zwei Speichern entlang und hinter der dritten Speiche. Sie machen jede Speiche in dem nächstfolgenden freien Felgenloch fest (nach rechts) und vervollständigen so das Flechtwerk des Rades.

Nippelspanner

Das anspannen der Speichen : Wenn alle Speichen richtig montiert sind, können Sie mit dem anspannen beginnen. Als erstes drehen Sie die Nippel gleichmäßig an, bis Sie das erste Schraubengewinde verschwinden sehen. Um dies als Bezugspunkt anzusehen, sollten Sie darauf achten, dass alle Speichen genau dieselbe Länge besitzen. Werfen Sie also nie den Inhalt zweier verschiedener Packungen durcheinander! Obwohl Sie die Spannung sehr gleichmäßig und Seite pro Seite erhöht haben, bleiben die Speichen noch immer gekrümmt. Um ein gut gespanntes Rad zu bekommen, müssen Sie immer die gekrümmten Speichen von der Außenseite an drücken (ziehende Speichen) und an der Innenseite (drückende Speichen) anziehen. Dies fordert ziemlich viel Kraft. Nachdem Sie die Speichen gedrückt und gezogen haben, spannen Sie jede Speiche (nach Gefühl) noch mal an. Wenn Sie die Felge von einer guten Qualität und eine passende Qualitätsnabe gebraucht haben, sollte das Rad jetzt nahezu rund sein und praktisch nicht mehr „eiern“. Das „Eiern“ des Rades können Sie abstellen, indem Sie auf der Höhe vor der Wellung den Nippel der anderen Seite anschrauben. Rundheit kann man beseitigen, indem man die Nippel, die sich an der Seite der Unregelmäßigkeit (Eiförmigkeit) befinden, anschraubt. Es kann in sehr extremen Fällen passieren, dass man einige Nippel etwas lockern muss.

Andrücken ersetzt das Einfahren erfolgreich

Jetzt werden die Speichen „gekneift“, die Spannung wird sehr vorsichtig pro halbe oder Vierteltour erhöht. Inzwischen kontrollieren und justieren Sie noch immer die Rundheit dieses Rades. Jetzt legen Sie das Rad mit dem Nabenpunkt auf einen Holzblock. Sie drücken die Felge an beiden Seiten (Handbreite pro Handbreite) kräftig an. Man hört, wie sich die verschiedenen Speichen/Nippel-Kombinationen leicht knarrend auf ihre beste Stelle schieben. Danach zentrieren Sie aufs neue. Sie wiederholen diese Handlung, bis das Rad nicht mehr nachgibt und die Nabe perfekt in der Mitte steht. Dies ist einfach mit eine speziellen Messlatte zu kontrollieren. Geduldig arbeiten ist absolut notwendig. Viel Erfolg.

Laufräder für Rennräder

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